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Wer sind wir heute? - Teil I

Nachdem es auf diesem Blog in letzter Zeit inhaltlich etwas mau zuging, möchte ich mal wieder den Versuch einer kleinen Reihe starten. Die Vorzeichen stehen gut, weil das meiste Material schon vorhanden und geordnet ist und ich auch mal wieder ein klein bisschen mehr Luft zum durchatmen habe, als die letzten Wochen.

Um zu verstehen, worum es in dieser Reihe gehen soll, möchte ich mit zwei Zitaten von Michel Foucault starten:

„Mein Problem bestand darin, selbst eine Erfahrung zu machen und die anderen aufzufordern, vermittelt über einen bestimmten historischen Inhalt an dieser Erfahrung teilzunehmen: nämlich an der Erfahrung dessen, was wir sind und was nicht nur unsere Vergangenheit, sondern auch unsere Gegenwart ausmacht; an einer Erfahrung unserer Modernität, derart, dass wir verwandelt daraus hervorgehen.“

„Mit anderen Worten, wir werden von Prozessen, Bewegungen, Kräften durchdrungen; diese Prozesse und Kräfte kennen wir nicht, und die Rolle des Philosophen besteht darin, diese Kräfte bzw. die Wirklichkeit zu diagnostizieren. Es geht darum eine Antwort auf die Frage zu geben: Wer sind wir und was geht eigentlich vor?“

Ich lade Euch also ein mit mir gemeinsam der Frage nachzugehen, wer wir heute sind? Doch diesem ‚Heute’ ist nicht mit einer bloßen Gegenwartsanalyse beizukommen, denn das ‚Heute’ ist eine  zutiefst historisch geprägte Situation. Wir stehen in einem Strom von Prozessen, Bewegungen und Kräften, die uns durchdringen, die das konstituieren, was für uns als selbstverständlich, natürlich und authentisch erscheint und die doch zutiefst historisch sind.

Um diese Frage, wer wir – aufgrund unseres gestern - heute sind, werde ich mich also demnächst drehen und diese von verschiedenen Seiten angehen. Vielleicht mache ich – und vielleicht machst auch Du, der dies lesen und kommentieren wirst – dabei eine Erfahrung, eine Erfahrung unserer Modernität, derart, das wir verwandelt daraus hervorgehen.   

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Comments

Bin gespannt!

Der Satz, dass der Philosoph die unbekannten Kräfte benennt und durchleuchtet, ist sehr heilfreich.
Weil manchmal fragt man sich schon: warum durchdenkt man jetzt dieses oder jenes? Da wäre die Antwort: weil es eh um Strukturen geht, die wirksam sind und es besser ist, sich denen bewusst zu werden.

Yep, vielleicht kann man das sogar als eine Art geistlicher Kampf verstehen.

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