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Listed below are links to weblogs that reference Wer sind wir heute? - Teil II: Abschied von der Säkularisierungsthese:

Comments

Arnachie

Naja vor allem interessant ist in dem Zusammenhang das Wort "Rückkehr" der Religion. Rückkehr? So wie in Terminator?
War sie denn weg?
Da ist es doch interessant, dass alles, was der modernen wissenschaft unangepasst, sich behauptend entgegentritt als illegitim definiert werden muss. Daher das Label Fundamentalismus. Daher die jährlich zur Weihnachtszeit erscheinenden anti-Religion Artikel. Letzlich ist das doch nur die Selbstvergewißerung der aufklärerischen Wissenschaft.
Deshalb scheue ich mich davor, mich so radikal von meinen evangelikalen Wurzeln abzugrenzen.

Achti

Amen dazu!
Religion war nie abwesend, man hat sie nur verintellektualisiert. Ich behaupte immer, jeder Mensch sei religiös. Jeder Mensch fragt nach seinem Ursprung und nach seinem Ziel. Auch dezidiert atheistische Denker finden darauf antworten. Dabei wird versucht, Gott zu ersetzen durch den Verstand, durch die Wissenschaft und Selbstbestimmung.

Die Aufgabe unserer Zeit ist wie zu allen Zeiten dieselbe: Das Evangelium in den jeweiligen Kontext passgenau zu kommunizieren. Dabei geht es letztlich immer wieder um das erste Gebot.

Walter

Ich habe ein bisschen gebraucht, bis ich das lesen und verdauen konnte. Meine Überlegung ist: inwieweit sind eigentlich wir als Nachfolger Jesu davon betroffen? Ist der Weg Jesu eigentlich eine Religion? Klar, seit vielen Jahrhunderten gehört das scheinbar selbstverständlich zusammen. Aber muss das so bleiben? Ist es überhaupt gut?
Andere Frage: warum ist diese Distanz zur Religion eigentlich ausschließlich im christlichen Abendland entstanden?
Entweder war der Feind hier besonders aktiv - oder aber es gibt im christlich-jüdischen Erbe etwas, das immer wieder Religionskritik hervorbringt (wie schon bei den Propheten).
Also: sollen wir uns eigentlich darüber freuen, wenn es eine "Wiederkehr der Religion" geben sollte? Oder eher nicht?

Julian

Aber es ist doch genau die westliche Kultur, die sich zu gewissen Teilen im Zuge der Globalisierung ausbreitet und mit ihr die Idee der Säkularisierung. Und gerade am Beispiel des Irakkrieges behauptet die europäische Variante dieser Kultur ihre größere Eignung für den ganzen Globus. Vielleicht ist es ja auch einfach nur ein Anfang der Säkularisierung, dass die Bildungseliten sie schon für plausibel halten...
Auch wenn das nach einem Statement klingt, ist es eher eine Frage.

Markus Laegel

sehr interessant und passend zu berger: Grace Davie "SOCIOLOGY OF RELIGION". Sie bestätigt genau das, was du auch bei Berger gelesen hast. Die Säkularisierungsthese ist in der From nicht mehr haltbar. Speziell auf Europa bezogen ist ihr "Religion in Modern Europe: A Memory Mutates". Europa ist im Gesamten die große weltweite Ausnahme, was die Entwicklung von Religion anggeht. Aber selbst hier blickt sie einiges tiefer und wirft einen sehr differenzierten Blick auf Europa (vorallem UK und die protestantischen Länder). Ich finde Davis' Schriften super! Nicht ohne Grund eine der führenden Religionssoziolog/inn/en.

tobiK

Vielen Dank für alle bisherigen Kommentare. Danke Markus für den Tipp, klingt sehr spannend!

@Julian: Äh, was war jetzt die Frage?

@Walter: Sehr spannende Fragen! Ich werde auf die eine oder andere, wie ich hoffe, im Laufe der Serie noch genauer eingehen. Erstmal nur soviel: Ich würde das aktive Nachfolgen Jesu nicht als Religion bezeichnen, sondern hier eine klare Differenz ziehen. Andererseits bin ich lange in einer Gemeinde gewesen, die sich 'Religion sucks, Jesus rocks' auf die Fahnen geschrieben hat und daran fand ich schon immer etwas falsch. Fakt ist doch , dass Außenstehende das ganz anders wahrnehmen und christl. Gemeinschaften soziologisch betrachtet zahlreiche Aspekte von religiösen Gemeinschaften besitzen bzw. diese mit anderen gemein hat. Letztlich würde ich wohl sagen, dass die Nachfolge Jesu mehr als eine Religion ist, dass sie in gewissem Sinne sogar religionsübergreifend sein kann, dass sie immer aber auch eine religiöse Dimension hat - in dem Sinne, dass sie nicht nur auf reine Immanenz gerichtet ist.

Julian

Meine Frage ist demzufolge: Ist es dann nicht zu früh das Ende der Säkularisierungsthese auszurufen?

tobiK

@Julian: Soweit ich das von meinem beschränkten Standpunkt her einschätzen kann, würde ich eher sagen, dass wir am Anfang eines viel stärkeren Protestes gegen die weltweite Hegemonie (Vorherrschaft) der westl. Kultur stehen und deren Einfluss eher am sinken ist. Vielleicht ist das aber auch eine zu positive Einschätzung der Lage, wenn man vor allem die Wirkkraft der ökonomischen Globalisierung betrachtet, die ja in der Tat eine bestimmte Form von Subjektivität (das Subjekt als Konsument) mitbringt. Dass diese Form von Subjektivität aber hervorragend mit Religion Hand in Hand gehen kann, zeigt ja die aktuelle Situation im 'christlichen' Amerika.
Und: In Punkto Religion hat die Globalisierung bis dato eindeutig nicht dazu geführt, dass die Religion an Bedeutung verloren hat. Berger erwähnt sogar, dass in vielen nicht westlichen Ländern, die von einer westlich ausgebildeten und daher häufig nicht religiösen Elite regiert werden, diese säkulare Einstellung als Herrschaftsinstrument wahrgenommen wird. Die Frage ist also, warum sollte das in Zukunft anders sein?
Du scheinst da ja skeptischer zu sein, erläutere doch gerne mal, warum.

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