Elias spricht davon, dass „unsere Sprach- und Denkmittel
[…] in hohem Maße so geformt [sind], als ob alles außerhalb des Einzelmenschen
den Charakter von ‚Objekten’ und überdies gewöhnlich von ruhenden Objekten
habe.“ Durch „diesen verdinglichende[n] Charakter der herkömmlichen
Sprachmittel“ verlieren die ‚Objekte’ ihren Prozess-, Beziehungs- und
Funktionscharakter. So zwingt die Sprache immer wieder dazu, sich „die
Eigenheiten von beweglichen Beziehungen als ruhende Substanzen vorzustellen“.
Sehr schön kann man dies am Beispiel des Begriffes des Windes sehen:
„Wir sagen: Der Wind weht, als ob der Wind ein zunächst
ruhendes Etwas wäre, das sich zu einem bestimmten Zeitpunkt in Bewegung setzt
und zu wehen beginnt – als ob der Wind etwas anderes wäre als das Wehen, als ob
es auch einen Wind geben könnte, der nicht weht.“
Gleiches gilt ebenso für den Begriff des Menschen – oder
des Individuums: Man tut so, als ob der Mensch zunächst ein von anderen
unabhängiger Erwachsener wäre, der erst im Nachhinein Beziehungen zu anderen
Menschen aufnimmt. So als ob es einen Menschen ohne andere Menschen geben
könnte, ohne in Beziehung zu anderen Menschen zu stehen. Dabei wird ein Mensch
von einem Menschen geboren und ist in seinem Aufwachsen zutiefst auf andere
Menschen angewiesen. Das er ist und wie er ist, ist er nur aufgrund von anderen
Menschen bzw. aufgrund der Beziehungen und Abhängigkeiten zu anderen Menschen.
Unsere Sprache zwingt uns jedoch dazu, ‚Dinge’, die erst durch und in
Beziehungen sind, so zu bezeichnen, als ob sie beziehungslose Objekte seien,
die erst sekundär in Beziehung zueinander stünden. Somit ist man durch den
Charakter der Sprache dazu genötigt, die Beziehungen zwischen einzelnen
Elementen als etwas Nachträgliches zu denken. Dabei wäre es „angemessener, wenn
man von den Beziehungen her auf das Bezogene hin denkt“.


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